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International Press Releases
Afrika auf der Cheese 2011
 
Slow Food ist in Afrika immer stärker vertreten: 2000 Mitglieder, 300 Lebensmittelbündnisse, 30 Presidi und das Projekt der Tausend Gärten in Afrika bezeugen dieses dynamische und ständig zunehmende Engagement, das Bauern, Viehzüchter, Fischer, Lehrer, Schüler, Institutionen und Vereine in rund 45 Ländern einbezieht.

Die Lebensmittelbündnisse von Terra Madre und das Presidio Joghurt mit Asche der Pokot

Die Cheese 2011 bietet den Besuchern die Chance, mehrere Hirtengemeinschaften aus Mauretanien, Äthiopien und Burkina Faso sowie die Erzeuger aus dem Presidio Joghurt mit Asche von den Pokot zu treffen, die aus Kenia anreisen, um ihr einzigartiges Produkt bekannt zu machen.
Vom 13. bis 16. September, noch vor der Messe, besuchen die afrikanischen Bündnisse mehrere Betriebe in und um Cuneo mit Züchtern und Erzeugern von Joghurt und Käse, um sich über die Milch-Produktkette, Tierzucht und -gesundheit auszutauschen. Die Betriebe, die die afrikanischen Gäste aufnehmen, sind: Cascina del Finocchio Verde, wo einer der Erzeuger des Tuma di pecora aus den Langhe (Slow Food Presidio) seinen Sitz hat, Agri-Latteria San Maurizio aus Dronero und die Käserei Lo Puy aus San Damiano Macra.

Kenia – Slow Food Presidio Joghurt mit Asche von den Pokot
Die Pokot sind ein Hirtenvolk aus Ost-Kenia. Aus Kühen der lokalen Rasse, Zebus und Ziegen gewinnen sie frische Milch, Butter und einen besonderen Joghurt, der mit Asche zubereitet wird. Für die Herstellung wird die Milch in lange, schmale ausgehöhlte Kürbisse gefüllt und ruht darin mindestens drei Tage. Dann wird die Molke abgegossen, der Behälter wieder verschlossen und mit regelmäßigen Bewegungen geschüttelt. Wenn der Yoghurt fertig ist, fügen sie die Asche von einem lokalen Baum (Cromwo) hinzu, der für seine desinfizierende Wirkung bekannt ist: Sie verleiht dem Produkt ein besonderes Aroma und eine typische hellgraue Farbe.
Produktionsgebiet: West Pokot, Rift Valley

Burkina Faso – Gemeinschaft der Nomadenzüchter aus Oudalan
Oudalan ist ein großes Grenzgebiet zwischen Mali, Niger und Burkina Faso. Die Region ist wie die ganze Sahelzone überwiegend von Nomadengemeinschaften bewohnt, die Weidewirtschaft betreiben. Im CRUS (Conseil Régional des Unions du Sahel) sind rund 40.000 Nomadenhirten und -züchter vereint, die in 1776 Gruppen aufgeteilt sind. Die Organisation fördert den interreligiösen Dialog, die nachhaltige Nutzung der Ressourcen und die Ernährungssouveränität durch Valorisierung des Potentials für Land-, Wald- und Weidewirtschaft, darunter die Verarbeitung und den Handel von lokalen Produkten.
Produktionsgebiet: Region Oudalan.

Äthiopien – Karrayu-Hirten aus dem Distrikt Fantalle
Weide- und Landwirtschaft sind die wichtigsten Überlebensquellen der Karrayu, einer Volksgemeinschaft im Distrikt Fantalle, Rift Valley, in Äthiopien. Die Karrayu praktizieren die Transhumanz, denn sie wandern saisonweise zu den besten Weiden und nutzen die festen Siedlungen, die sie in verschiedenen Gebieten besitzen. Dieses System ist besonders in trockenen Gebieten geeignet und ermöglicht den Mitgliedern des Volks, sich leicht an sehr verschiedene Bedingungen anzupassen. Die Karrayu züchten verschiedene Tiere – Rinder, Kamele, Ziegen, Schafe und Esel –, so dass sie verschiedene Arten von Futter nutzen können und dadurch Lebensmittel, Antriebskraft und ein kleines Einkommen erhalten.
Produktionsgebiet: Fantalle District, Region Oromia.

Mauretanien – Kamelzüchter und Milchproduzenten aus Nouakchott
Die Kamelzucht in der Nähe der Hauptstadt Nouakchott ist die moderne Form einer uralten Tätigkeit und eine Folge der massiven Urbanisierung der Nomadenbevölkerung, deren Grundnahrungsmittel die Milch ist. Zahlreiche Züchter besitzen oder führen Dromedarherden, die in Gruppen zu 20-30 Stück frei weiden. Die Kamelmilch wird direkt an Passanten oder an Zwischenhändler verkauft, die sie in den Handel bringen.
Produktionsgebiet: Distrikt Nouakchott.

Cheese und die Tausend Gärten in Afrika
Das Projekt Tausend Gärten in Afrika wurde von Slow Food bei der Terra Madre 2010 (Turin, 21.-25. Oktober) gestartet. Mit Hilfe einer großen internationalen Mobilisierung werden zwischen 2011 und 2012 tausend Schul-, Gemeinschafts- und städtische Gärten in 27 Ländern des afrikanischen Kontinents angelegt werden.

Die Nutzgärten werden zuerst in den Ländern realisiert, in denen das Netzwerk von Terra Madre bereits fest geknüpft ist (Kenia, Uganda, Elfenbeinküste, Mali, Marokko, Äthiopien, Senegal, Tansania...), und anschließend in den anderen Gebieten.

Es handelt sich natürlich nicht um beliebige Gärten: Die lokalen Gemeinschaften pflanzen bevorzugt traditionelle Arten an (Gemüse, Obst, Heil- und Küchenkräuter), nutzen nachhaltige Techniken, beziehen Kinder und Jugendliche ein und stützen sich auf das Wissen der Alten. Nach diesen Kriterien einen Nutzgarten in Afrika anzulegen, bedeutet, den Gemeinschaften gesunde, frische Lebensmittel zu garantieren, ihre Lebensqualität zu verbessern und die Wissensvermittlung zwischen alten und jungen Menschen zu fördern.

Slow Food organisiert bei der Cheese zahlreiche Veranstaltungen zum Thema Afrika, bei mehreren ist der Erlös für die Finanzierung der afrikanischen Nutzgärten bestimmt.
Hier die wichtigsten Initiativen:

Filme und Konferenzen
· Samstag, 17., um 17.30 Uhr, in der Kirche San Rocco Aufführung des Dokumentarfilms Jeans and Martò (die Geschichte eines jungen Karrayu-Hirten, der aus seinem Dorf zu Terra Madre nach Turin reist, Regie Clio Sozzani und Claudia Palazzi). Vor der Aufführung findet eine Konferenz über die Probleme der afrikanischen Hirten statt, an denen die Erzeuger aus den afrikanischen Bündnissen, die bei der Cheese vertreten sind, teilnehmen.

Fund-Raising-Initiativen für die Tausend Gärten in Afrika
· Einzelhändler aus Bra für Afrika: zahlreiche Geschäfte der Stadt arbeiten mit Slow Food zusammen, um das Projekt Tausend Gärten in Afrika zu verbreiten und Spenden zu sammeln.
· Zwei Initiativen der Reihe Slow Food erzieht: das Quiz des Master of Food (durchgehend von Freitag bis Montag zwischen 11 und 13 sowie zwischen 15 und 19 Uhr auf der Piazza XX Settembre) und Detektive des Geschmacks (Freitag um 14.30; 16:00; 17.30 Uhr – Samstag und Sonntag um 11.30; 14.30; 16:00; 17.30 Uhr – Montag um 14.30 und 16 Uhr auf der Piazza XX Settembre), beide gegen freie Spende.
· Aperitif mit den Produkten der Presidi, organisiert in Zusammenarbeit mit afrikanischen Studenten der Universität der gastronomischen Wissenschaften, am Freitag, 18.30 Uhr, im neuen Slow-Food-Laden (Via Mendicità Istruita 14).
· Literarisch-musikalisches Café: im Innenhof von Slow Food Editore, Via Mendicità 45.
Außerdem wird vor der Kirche San Rocco ein Informationsstand über alle Projekte eingerichtet, die von der Slow Food Stiftung für biologische Vielfalt in Afrika umgesetzt werden, darunter vor allem die Tausend Gärten.
· Während der Preisverleihung „Locali del Buon Formaggio“ am Montag den 19. September um 10:30 Uhr im Theater Politeama Boglione in Piazza Carlo Alberto wird eine Auktion von Bitto stattfinden. Die dabei gespendeten Summen werden das Projekt Tausend Gärten in Afrika unterstützen.
 
 
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